LEADER-Obleute-Treffen am 22. Oktober 2025 im Stift Kremsmünster

30 Jahre LEADER – Mutig in die Zukunft
Seit drei Jahrzehnten ein Motor für Oberösterreichs Regionen

Motor der Regionalentwicklung
Seit dem EU-Beitritt hat sich das LEADER-Konzept in Österreich etabliert und ist ein zentrales Instrument, wenn es um Entwicklung und Zusammenarbeit im ländlichen Raum geht. Den Ruf, der Motor in der Regionalentwicklung zu sein, wird es dabei allemal gerecht. „Damit LEADER auch in Zukunft erfolgreich bleibt, müssen wir die Regionen als Ganzes in den Mittelpunkt stellen. Bundesländerübergreifende LEADER-Regionen wie in der Fuschlsee- Mondseeland-Region oder das Kulturerbe Salzkammergut sind der beste Beweis dafür“, betont Landesrätin Michaela Langer-Weninger und ergänzt: „LEADER stärkt, was uns als Land ausmacht: Zusammenhalt, Verwurzelung und Gestaltungswille. Wenn wir die Identität unserer Regionen erhalten und sie mit den Möglichkeiten Europas verbinden, schaffen wir Zukunft – für die Menschen, die hier leben.“

Zukunftslabor ländlicher Raum
Der ländliche Raum ist ein Labor der Zukunft – ein Ort, an dem Nachhaltigkeit, Kreativität und Umsetzungswille ineinandergreifen. LEADER unterstützt kreative, innovative und nachhaltige Projekte, die den ländlichen Raum stärken. Ob neue Begegnungsorte, Mobilitätslösungen, Umweltbildungsinitiativen, Tourismusangebote oder regionale Produkte – entscheidend ist, dass die Vorhaben den sozialen Zusammenhalt fördern, die regionale Identität festigen und die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben.
„Im ländlichen Raum entstehen Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit – vom Klimaschutz und Energie über Versorgungssicherheit bis hin zu sozialem Zusammenhalt. LEADER schafft den dafür notwendigen Rahmen und gibt den Menschen vor Ort die Möglichkeit, ihre Lebensräume aktiv zu gestalten“, so Langer-Weninger.

Eine besondere Kultur der Zusammenarbeit
LEADER ist ein Erfolgsmodell, das Verantwortung für die Entwicklung des eigenen Lebensraums in den ländlichen Raum überträgt, zudem wird Partizipation angeboten und eingefordert und so eine immense Anzahl an Ehrenamtlichen motiviert, sich einzubringen. Kreativität und Innovation sind ausdrückliches Ziel, um die Lebensqualität im ländlichen Raum in den unterschiedlichsten Bereichen und Projekten zu steigern.
Die LEADER-Regionen haben ihre Strategien entlang von vier Handlungsfeldern formuliert, die gleichsam auch wichtige Zielkorridore für LEADER in Österreich darstellen:

  • Steigerung der Wertschöpfung
  • Festigung oder nachhaltige Weiterentwicklung der natürlichen Ressourcen und deskulturellen Erbes
  • Stärkung der für das Gemeinwohl wichtigen Strukturen und Funktionen
  • Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel

Eine weitere große Herausforderung neben der Digitalisierung ist der Klimawandel. Weshalb das neue, vierte Aktionsfeld „Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel“ geschaffen wurde, das von 81 der 83 österreichischen Regionen genutzt wird. Damit einher geht die verstärkte Abstimmung mit regionalen Akteuren wie zum Beispiel den Klima- und Energie- Modellregionen (KEM) und den Klimawandel-Anpassungsmodellregionen (KLAR!), um Synergien zu nutzen und durch die verstärkte thematische Betrachtung von anderen Förderprogrammen, (unter anderem auch Investitionen aus dem GAP-Strategieplan 2023– 2027) das Budget zur Umsetzung von Projekten zu erweitern.

Ausblick LEADER 2028+
„Gerade jetzt, wo Europa und seine Regionen vor großen Herausforderungen stehen, ist klar: Wir brauchen Programme wie LEADER mehr denn je. Denn sie geben der regionalen Entwicklung ein Gesicht – und den Menschen vor Ort eine Stimme. Mit Mut, Kreativität und Hausverstand werden wir auch die nächsten 30 Jahre gestalten – für starke und lebenswerte Regionen“, unterstreicht Langer-Weninger die Bedeutung von LEADER.
Die Europäische Kommission hat am 16. Juli 2025 ihren Vorschlag für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028–2034 veröffentlicht. Dieser legt die finanzielle Grundlage für die EU-Förderpolitik ab 2028 fest – auch für Programme wie LEADER.
Positiv ist dabei, dass LEADER weiterhin als Instrument der ländlichen Entwicklung vorgesehen ist und bleibt damit grundsätzlich Teil der zukünftigen EU-Förderarchitektur. Gleichzeitig bedeutet der Vorschlag aber auch eine grundlegende Veränderung: Es ist keine Zweckbindung (sog. Ringfencing) für LEADER mehr vorgesehen. Die Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung und finanzielle Ausstattung liegt künftig verstärkt bei den Mitgliedstaaten, die eigene Partnerschaftspläne entwickeln sollen.

Klares Bekenntnis zum Programm
„Würde es LEADER nicht geben – man müsste es neu erfinden“, zitierte DI Christian Rosenwirth, Leiter der Abteilung III/7 im BMLUK, den ehemaligen LEADER-Evaluator Robert Lukesch und unterstrich damit die Bedeutung des Programms für die ländliche Entwicklung in Österreich. Auch in Zukunft bekenne sich das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft klar zu LEADER. „Wenn die Budgetmittelzuteilung es zulässt, wollen wir LEADER auch künftig in einem ähnlich flächendeckenden Umfang fortführen wie bisher“, so DI Rosenwirth.

Mit Blick auf den kommenden Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028–2034 erläuterte er, dass die Europäische Kommission zwar die Fortführung von LEADER als Förderinstrument vorsieht, künftig aber keine fixe Budgetzuordnung („Ringfencing“) mehr festlegt. Die Entscheidung über Umfang und Ausgestaltung liege damit stärker bei den Mitgliedstaaten. Umso wichtiger sei es, die bewährten Prinzipien von LEADER – Bürgerbeteiligung, regionale Verantwortung, Vernetzung und sektorübergreifende Zusammenarbeit – weiterzuführen.
„Die anstehenden gesellschaftlichen Transformationen müssen vor Ort gelingen – in den Regionen, mit den Menschen“, betonte Rosenwirth. Dazu brauche es engagierte Akteurinnen und Akteure, die als „Kümmerer“, Vernetzer und Impulsgeber wirken – Rollen, die viele LEADER-Managements bereits erfolgreich erfüllen. Für die Zukunft gelte es, diese Strukturen weiter zu stärken und mit den nötigen Kapazitäten auszustatten.
Abschließend sprach sich Rosenwirth für eine enge Abstimmung zwischen Bund, LEADER- Forum und Bundesländern aus, um das Programm zukunftsfit zu machen: „LEADER soll weiterhin Raum für regionale und lokale Initiativen bieten – aber zugleich gezielt dazu beitragen, die großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen Europas zu bewältigen.“

Zu LEADER in Oberösterreich

  • 20 LEADER-Regionen decken praktisch das gesamte oö. Landesgebiet ab.
  • Über 400 Gemeinden sind in den LEADER-Prozess eingebunden – das entspricht rund95 % der Landesfläche.
  • Gesamtbudget: rund 40,67 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln stehen in derFörderperiode 2023–2027 für LEADER-Projekte in Oberösterreich zur Verfügung.
  • Kofinanzierung durch EU (62 %) Bund und Land OÖ (je 19 %)
  • Projekte: Seit Beginn der Förderperiode wurden bereits mehr als 300 Projekteeingereicht, davon ein großer Teil in den Bereichen Energie, Mobilität, Jugend und Daseinsvorsorge.
  • Schwerpunktfelder (Handlungsfelder):
    • Wertschöpfung steigern – z. B. regionale Produkte, Tourismus, Nahversorgung
    • Natürliche Ressourcen & kulturelles Erbe sichern
    • Gemeinwohl stärken – z. B. Ehrenamt, Bildung, soziale Innovation
    • Klimaschutz & Anpassung an den Klimawandel – neu seit 2023

Text & Bild Amt der Oö. Landesregierung Direktion Präsidium Abteilung Kommunikation und Medien
Büro LRin Michaela Langer-Weninger, Elisabeth Hasl