v.r.n.l.: Dr. Johannes Fellinger (Lebenswelt Schenkenfelden), Dr. Norman Eichinger (Direktor Raiffeisenverband OÖ), LAbg. Bgm. Sepp Rathgeb, Landtagspräsident Max Hiegelsberger, Hans Pötscher (Obmann Bürgergenossenschaft Schenkenfelden.), Bgm. Doris Leitner (Schenkenfelden), Bezirkshauptmann Dr. Ferdinand Watschinger (Urfahr Umgebung), Bgm. Leopold Eder (LEADER-Obmann Sterngartl Gusental) – Foto: Gemeinde Schenkenfelden
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Meilenstein für Schenkenfelden: Bürgergenossenschaft Marktschank eröffnet

Gemeinsam investieren, gemeinsam gestalten: Schenkenfelden startet Zukunftsprojekt

Mit der Eröffnung der neuen „Marktschank“ am 30. Mai entsteht in Schenkenfelden ein zukunftsweisendes Projekt für die gesamte Region. Die Bürgergenossenschaft Schenkenfelden schafft mitten im Ortszentrum einen neuen Begegnungsort für Vereine, Kultur, Bildung, Gastronomie und generationsübergreifendes Zusammenleben. Unterstützt wird das Vorhaben maßgeblich durch das Aktionsprogramm Leerstand des Landes Oberösterreich sowie durch LEADER-Fördermittel der Region Sterngartl Gusental. Das Projekt gilt bereits jetzt als beispielgebendes Modell für innovative Ortskernbelebung und gelebte Bürgerbeteiligung im ländlichen Raum.

An die 400 Genossenschafterinnen und Genossenschafter sowie zahlreiche Vereine aus Schenkenfelden beteiligen sich aktiv an der Bürgergenossenschaft. Ziel ist die Schaffung eines multifunktionalen Bürgerhauses mit Veranstaltungsräumen, gastronomischem Angebot und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für die Bevölkerung.

Aus einer Idee wurde ein Gemeinschaftsprojekt

Bürgermeisterin Doris Leitner erinnert sich an die Anfänge des Projekts:
„Die Ausgangslage war ein leerstehendes Untergeschoß des Gemeindeamtes, das neu genutzt werden sollte. Der Wunsch nach einem Wirtshaus war in der Bevölkerung stark vorhanden. Um diesem Wunsch eine Struktur zu geben, hat die Gemeinde Schenkenfelden gemeinsam mit der LEADER-Region Sterngartl Gusental einen Bürgerbeteiligungsprozess mit der SPES Zukunftsakademie initiiert. Das Ergebnis dieser intensiven Zusammenarbeit und der breiten Unterstützung in der Bevölkerung war schließlich die Gründung der Bürgergenossenschaft Schenkenfelden.“

Von Beginn an mit dabei war Obmann Hans Pötscher, der im Vorstand Verantwortung übernommen hat:
„Dieses Projekt zeigt, was möglich wird, wenn viele Menschen gemeinsam anpacken. Aus einer Idee ist Schritt für Schritt ein Ort entstanden, der für die ganze Gemeinde einen echten Mehrwert schaffen wird.“

Durch das große Engagement der Bevölkerung entwickelte sich aus einer ersten Vision ein breit getragenes Zukunftsprojekt, das zeigt, wie aktive Bürgerbeteiligung die Entwicklung ländlicher Gemeinden nachhaltig gestalten kann. Gleichzeitig stellte die Finanzierung eines derart ambitionierten Vorhabens eine große Herausforderung dar.

Starke Unterstützung durch Land OÖ und LEADER

Der Umbau des ehemaligen Feuerwehrdepots zur neuen Marktschank wurde mit Mitteln aus dem Aktionsprogramm des Landes OÖ zur Leerstandsrevitalisierung gefördert. Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner betont dazu:
„Die Nachnutzung leerstehender Gebäude in Ortszentren ist ein wesentlicher Bestandteil unserer nachhaltigen Raumordnungspolitik zur Belebung der Ortskerne. Das Projekt in Schenkenfelden zeigt eindrucksvoll, wie mit innovativen Ideen und regionalem Engagement neues Leben in bestehende Gebäude gebracht werden kann.“

Mit dem Projekt wurde nicht nur dringend benötigter Raum für Veranstaltungen und Begegnung geschaffen, sondern gleichzeitig auch ein wichtiger Beitrag gegen Leerstand und für die nachhaltige Belebung des Ortskerns geleistet.

Zusätzlich unterstützt die LEADER-Region Sterngartl Gusental das Projekt mit rund €145.000 Euro an Fördermitteln im Rahmen der europäischen ländlichen Entwicklung – insbesondere für die Innenausstattung des neuen Bürgerhauses. Gerade Projekte wie jenes in Schenkenfelden sind ein gutes Beispiel dafür, wie Fördermittel direkt den Menschen vor Ort zugutekommen und nachhaltige regionale Entwicklung fördern.

„Die Marktschank Schenkenfelden zeigt beispielhaft, wie durch das Engagement der Bevölkerung, regionale Zusammenarbeit und LEADER-Förderung lebendige Ortszentren entstehen können. Solche Projekte stärken nicht nur die Lebensqualität im ländlichen Raum, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Auch seitens der LEADER-Region wird das Projekt als Vorzeigeinitiative für den ländlichen Raum gesehen:
„LEADER bedeutet, dass Ideen aus der Bevölkerung aufgegriffen und gemeinsam umgesetzt werden. Das Bürgerhaus Schenkenfelden ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie regionale Entwicklung durch Eigeninitiative, Zusammenhalt und Bürgerbeteiligung gelingen kann“, betonen Obmann Bgm. Leopold Eder und Geschäftsführerin Martina Birngruber.

Regionale Wertschöpfung und gelebte Gemeinschaft

Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf regionaler Wertschöpfung und nachhaltiger Zusammenarbeit. Im zukünftigen Betrieb sollen überwiegend regionale Produkte aus dem Mühlviertel verwendet werden. Kooperationen mit bäuerlichen Direktvermarktern, regionalen Vereinen, der Lebenswelt Schenkenfelden sowie der Tourismusschule Bad Leonfelden stärken zusätzlich die regionale Vernetzung.

Darüber hinaus leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration, zur Förderung des Ehrenamtes und zur Schaffung eines generationenübergreifenden Begegnungsortes. Geplant sind unter anderem Veranstaltungen, Kulturangebote, Bildungsformate sowie ein eigenes Jugendstüberl.

Mit der Marktschank entsteht damit weit mehr als ein neues Lokal: Es entsteht ein Ort der Begegnung, des Miteinanders und der gemeinsamen Zukunftsgestaltung – getragen von der Bevölkerung für die Bevölkerung.

Das LEADER-Projekt „Marktschank – Schenkenfelden“ wurde beim Oberösterreichischen Ortsbildpreis 2026 mit dem Landessieg ausgezeichnet.

Mit dem Projekt ist es gelungen, ein historisches Gebäude im Herzen des Schenkenfeldener Marktplatzes neu zu beleben und einen attraktiven, generationenübergreifenden Treffpunkt für die Bevölkerung zu schaffen. Das Projekt steht beispielhaft dafür, wie durch gemeinschaftliches Engagement, die Belebung bestehender Bausubstanz und innovative Ideen neue Impulse für die Orts- und Dorfentwicklung entstehen können.

Die Auszeichnung auf Landesebene würdigt das Engagement aller Beteiligten und unterstreicht die Bedeutung des Projekts für ein lebendiges Ortszentrum und eine zukunftsorientierte Gemeindeentwicklung.

Die offizielle Preisverleihung fand im Rahmen der OÖ. Ortsbildmesse in Kleinzell im Mühlkreis statt.

Der Landessieg ist eine besondere Anerkennung für das Projekt und zugleich ein erfreuliches Beispiel dafür, wie LEADER-Projekte zur nachhaltigen Entwicklung und Belebung ländlicher Räume beitragen können.